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"Der Druck wächst"

Der Verband der Vermittler und Servicepartner für Mercedes-Benz lud vom 13. bis 15. Februar zur Partnertagung nach Berlin. Für Geschäftsführer Thomas Leseberg war die erstmalig durchgeführte „Successor Lounge“ das Highlight.

01.03.2019

kfz - Betrieb

 

Redaktion: Für den Daimler-Konzern war 2018 wirtschaftlich ein schwieriges Jahr. Wie fällt das Resümee der Mercedes-Benz-Vermittler und-Servicepartner für das abgelaufene Jahr aus?

Thomas Leseberg: Die Ertragslage unserer Mitgliedsbetriebe war im Vorjahr relativ stabil. Natürlich spürten auch wir die Vertrauenskrise rund um den Dieselmotor. Nur auf dem Gebrauchewagenmarkt - und immerhin verkaufen unsere Betriebe rund 100.000 Einheiten pro Jahr - mussten wir Verluste hinnehmen. Und man muss leider konstatieren, dass die von Daimler ausgelobten Verkaufsprämien den Absatz nicht wirklich gesteigert haben.

 

Ein möglicher Ausweg aus der Dieselkrise ist die Nachrüstung der Fahrzeuge mit besserer Abgastechnik. Daimler will diese finanziell fördern. Wie stehen Sie dazu?

Wenn es eine technische Lösung gibt, die verlässlich funktioniert, dann bauen wir die gerne ein. Aber da wir als Vertragspartner des Kunden auch die Gewährleistung übernehmen müssen, brauchen wir da absolute Sicherheit.

 

Daimler ist einer der Vorreiter bei der Digitalisierung des Kundenkontakts. Wie gehen Ihre Mitgliedsbetriebe mit dieser Herausforderung um?

Derzeit stellen wir das Customer-Relationship-Management zusammen mit dem Hersteller auf eine neue vertragliche Basis. Die Steuerung der Leads‚ die über vernetzte Autos und weitere Kanäle eingehen, ist damit grundsätzlich geklart‚ nun muss der Prozess aufgesetzt werden. Dazu gehören etwa Schnittstellen zu allen in unserem Netz genutzten Dealer-Management-Systemen. Ein anderer wichtiger Punkt ist der Auftritt auf den unterschiedlichen Social-Media-Plattformen. Hierfür fehlen vielen kleineren Partnern schlicht die Ressourcen, und da hilft auch Daimler nicht wirklich weiter. Auch die von der AG zur Verfügung gestellte Partner-Website funktioniert für uns noch nicht zufriedenstellend.

 

Daimler stellt in diesem Jahr die neue EQ-Baureihe von Elektroautos vor. Heißt das auch: neueStandards für die Betriebe?

Wer die Zusatzvereinbarung zum EQ-Service unterschreibt, der muss natürlich neue, aber durchaus sinnvolle Standards erfüllen. Er braucht zum Beispiel zwei Ladepunkte in der Werkstatt. Jeder Betrieb kann aber selbst entscheiden, ob er dabei mitmacht. Derzeit sind ja noch sehr wenige Elektroautos auf dem Markt, sodass sich große Investitionen betriebswirtschaftlich kaum lohnen. Und wie weit die Serviceumsätze durch die Elektromobilität wirklich sinken, lässt sich jetzt noch nicht seriös prognostizieren.

 

Die Daimler AG hat ihr Niederlassungsnetz deutlich verkleinert und versucht nun selbiges bei den Vertretern. Spüren Sie diese Bestrebungen auch?

Der Druck wächst auch bei uns. Immer wieder berichten Betriebe, dass Daimler ihnen nahelegt, Sparten wie beispielsweise den Transporterservice aufzugeben, wenn sie nicht eine gewisse Mindestzahl an AWs schaffen-oder gleich den ganzen Vertrag zurückzugeben. Gleichzeitig hat aber keine Niederlassung und kein Vertreter eine so enge Kundenbeziehung wie wir. Das sollte kein Hersteller leichtfertig aufs Spiel setzen.

 

Vor diesem Hintergrund bekommt das Thema Unternehmensnachfolge zusätzliche Brisanz. Ist die Übernahme des FamiIienbetriebs für die meisten Juniorinnen und Junioren noch interessant?

Die Unternehmensnachfolge war eines der mächtigsten Themen auf der Partnertagung. Wir haben erstmals eine „Successor Lounge“ durchgeführt, in der sich Juniorinnen und Junioren austauschen und vernetzen konnten. Das hat sehr gut funktioniert: Mit knapp 60 Teilnehmern hat rund jeder sechste unserer Mitgliedsbetriebe einen Vertreter entsandt. Das zeigt auch, dass die innerfamiliäre Nachfolge bei den meisten unserer Betriebe noch funktioniert. Eine weitere Herausforderung sind die stark steigenden Personalkosten und der Arbeitskräftemangel. Wir sind vertraglich dazu verpflichtet, bestimmte Positionen im Betrieb mit zertifizierten Arbeitskräften zu besetzen. Und es wird immer schwerer, diese zu finden und zu binden.

 

DAS GESPRÄCH FÜHRTE JAN ROSENO

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